Praxis Dr. Neidhart
Praxis Dr. Neidhart

24. Psychotherapie / Verhaltenstherapie

a) Psychotherapie

Behandlung psychischer, emotionaler, psychosomatischer oder Verhaltensstörungen mit psychologischen Methoden als Einzeltherapie oder in Gruppen (Familientherapie, Gruppentherapie). In Gesprächen zwischen Patient und Therapeut wird versucht, verdrängte und unbewältigte Konflikte, Erinnerungen oder Gefühle aufzudecken und – vor allem in der Übertragung dieser Einstellungen auf den Psychotherapeuten - neue Lernerfahrungen zu ermöglichen sowie Verhaltensänderungen einzuleiten. Neben aufdeckender (unbewußte Konflikte sollten bewusst gemacht werden), gibt es sogenannte stützende Psychotherapie, die auf eine bessere Bewältigung psychischer oder körperlicher Beeinträchtigung (ohne Klärung der zugrunde liegenden Konfliktdynamik) abzielt. Bekannteste Methoden der Psychotherapie: Psychoanalyse, Gesprächs-, Verhaltens-, Gestalttherapie, Psychodrama, autogenes Training usw.

b) Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie versucht, die vorhandene Störung, das gestörte „Verhalten“, so genau wie möglich zu analysieren und das Umfeld des Betroffenen in dieser Analyse zu berücksichtigen. Dabei geht es vor allem um die Bedingungen und Umstände, die zu einem bestimmten „Verhalten“ führen, und um die Struktur, die dieses „Verhalten“ aufrechterhält. Gemeinsam wird überlegt, was man verändern kann. In der Verhaltenstherapie spielen die frühkindlichen Erfahrungen eine geringere Rolle als in den psychoanalytischen Verfahren.

Die Störung (das „Verhalten“) wird nicht isoliert betrachtet, auch die eigene Wahrnehmung, die Gefühle und die inneren Konflikte der Patienten werden berücksichtigt. Im Gegensatz zur Psychoanalyse steht weniger die Aufdeckung des Konflikts im Mittelpunkt als vielmehr das Erlernen oder Verlernen eines bestimmten Verhaltens:
  • In Aneignungstechniken versucht man, Einstellungen, Erwartungen oder Haltungen gezielt zu verändern, zum Beispiel Ängste abzubauen.
  • aktuelle Probleme können dabei oft sehr schnell gelöst oder verloren gegangene Fähigkeiten in einer Art Selbstsicherheitstraining wieder gewonnen werden.
  • das Problemlösungstraining kann von Rollenspielen über Techniken zur Selbstkontrolle bis zu neuen Techniken der Selbststeuerung gehen.
Die Verhaltenstherapie eignet sich gut zur Kombination und Ergänzung mit anderen Verfahren.

Die Verhaltenstherapie verlangt immer ein sehr intensives Engagement der Patienten. Gleichgültig, ob es um kleinere Ding geht, wie beispielsweise die Einübung eines Nicht-Raucher-Verhaltens, oder um größere Probleme, wie zum Beispiel eine unbändige Esssucht: Das Prinzip der Selbstkontrolle muss erlernt werden. Sie kann in ein paar Sitzungen eingeübt sein, oder es kann bis zu einem Jahr dauern. Bei sehr schwierigen Problemen kann ein längere Zeitraum notwendig werden.

c) Hypnose

Im Gegensatz zu den „aufdeckenden“, konfliktzentrierten Therapien könnte man bei den suggestiven Verfahren von „zudeckenden“ Formen sprechen.

In der Hypnose wird versucht, Störungen oder Beschwerden so lange zu „beeinflussen“, bis sie nicht mehr auftreten:
  • Der Arzt führt Sie über einen Leitsatz, wie zum Beispiel „Sie schlafen jetzt“, in einen tranceähnlichen Zustand, der zwischen dem Wachbewußtsein und dem Zustand des Schlafens liegt
  • In diesem Zustand können Sie den Therapeuten noch hören und verstehen. Dabei wird es ihm möglich, beruhigende, entspannende oder stabilisierende Anweisungen zu einem veränderten Verhalten zu vermitteln.
Hypnose kann tatsächlich bei einigen Menschen völlige Symptomlosigkeit bewirken. Sehr oft jedoch lässt die Wirkung nach kurzer Zeit wieder nach. Hinzu kommt, dass nur ein gewisser Teil von Menschen überhaupt hypnotisierbar ist.
Druckversion Druckversion | Sitemap
Copyright © 2010 by Praxis Dr. Neidhart, Konstanz