Praxis Dr. Neidhart
Praxis Dr. Neidhart

18. Programmierte Schulungen von Diabetespatienten

Die Schulungskurse entsprechen den akzeptierten Leitlinien. Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen im Rahmen der Diabetes-Vereinbarungen übernommen. Über die Grundkurse hinaus bieten wir den Patienten, die einzelne Themen wiederholen oder einfach nur auf den neuesten Stand gebracht werden wollen, Auffrischkurse an. Für alle Problemstellungen und Patientengruppen bieten wir Diabetesschulungen an und freuen uns, Sie persönlich beraten zu können.

Basisseminare:
  • Für Menschen mit früh auftretendem Typ 2-Diabetes: Kursus zur Behandlung des Typ 2-Diabetes im mittleren Lebensalter
  • Für Menschen, die zweimal am Tag Insulin spritzen müssen: Konventionelle Insulintherapie
  • Für Menschen, die eine flexible Insulintherapie benötigen: Basis-Bolus-Therapie: (intensivierte conventionelle Insulintherapie (ICT)
Spezialseminare:
  • Diabetes in der Schwangerschaft
  • Insulinpumpenschulung
  • Hypoglykämiewahrnehmungstraining
Zusatzschulung:
  • bei Bluthochdruck/Nephropathie
Empfehlungen zur Schulung von Patienten mit Typ 2-Diabetes im mittleren Lebensalter

Empfehlungen der Deutschen Diabetes-Gesellschaft

1. Ziele der Behandlung:

Der Typ 2-Diabetes ist eine chronisch progrediente Erkrankung, die besonders dann, wenn sie im mittleren Lebensalter (<65 Jahre) auftritt und inadäquat behandelt wird, zu einer erhöhten Morbidität und Mortalität sowie zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität führt. Die Behandlung muss daher auf eine optimale Diabeteseinstellung ausgerichtet sein, um gleichermaßen sowohl die hyperglykämie-bedingten und neuropathischen als auch die arteriosklerotischen Folgeschäden zu verhüten.

Diese Behandlungsziele sind nur erreichbar, wenn Patienten mit Typ 2-Diabetes Eigenverantwortung für den Erhalt ihrer Gesundheit übernehmen. Sie sollten Selbstmanagementfähigkeiten im Umgang mit ihrer Erkrankung lernen. Eine wesentliche Voraussetzung einer erfolgreichen Behandlung des Typ 2-Diabetes sind daher Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit der Erkrankung, die ein Patient im Rahmen strukturierter Therapie- und Schulungsprogramme erhält.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der St. Vincent Deklaration eine Verbesserung der Behandlungs- und Schulungsmaßnahmen für Patienten mit Typ 2-Diabetes für dringend notwendig erklärt. Besonders die Ergebnisse der multizentrischen, randomisierten und prospektiven Therapievergleichsstudie UKPDS (United Kingdom Prospective Diabetes Study, 1998) weisen deutlich darauf hin, dass mit einer frühzeitigen, intensiven Therapie, welche das Ziel einer strikten Blutzucker- und Blutdruckkontrolle verfolgt, das Risiko für das Entstehen diabetischer Folgekomplikationen deutlich reduziert werden kann.

2. Langjährige Gewohnheiten sind die Ausgangslage:

Im mittleren Lebensalter fällt es schwer, lieb gewonnene Gewohnheiten zu ändern. Dies betrifft auch den Umgang mit der eigenen Gesundheit. Diese Erfahrung macht man häufig mit Menschen, die an Typ 2-Diabetes erkrankt sind. Viele Betroffene neigen dazu, den Diabetes als einen Zustand oder eine ungefährliche Alterserscheinung anzusehen, zumal sie zunächst keine Schmerzen verspüren und Beschwerden oder äußere Krankheitsanzeichen ausbleiben. Ärztliche Appelle und gut gemeinte Ratschläge, z.B. Gewicht abzunehmen und sich mehr zu bewegen, werden häufig nicht umgesetzt. Frustrationen auf Seiten von Patienten, aber auch von Behandlern sind die häufige Folge.

3. Grundprinzipien der Schulung – neue Methoden:

Jeder Typ 2-Diabetiker im mittleren Lebensalter muss frühzeitig, möglichst sofort nach Erkennung der Erkrankung, an einem strukturierten Therapie- und Schulungsprogramm teilnehmen. Die Schulung ist eine Basisvoraussetzung der Diabetestherapie, so dass aus ethischen wie auch therapeutischen Gründen jedem Typ 2-Diabetiker im mittleren Lebensalter die Teilnahme an einer Schulungsveranstaltung zu ermöglichen ist.

Die strukturierte Schulung ist ein integraler Bestandteil der Therapie des Typ 2-Diabetes.

Die Vermittlung eines adäquaten Krankheitserlebens und einer Behandlungsmotivation stellen wesentliche Schulungsziele dar.

Strukturierte Therapie- und Schulungsprogramme sollen auf der Basis eines ganzheitlichen Menschenbildes Patienten motivieren, auf dem Hintergrund ihrer individuellen Lebenssituation persönliche Behandlungsziele zu formulieren und deren Umsetzung anzustreben (Empowerment).

Das für die Diabetesbehandlung notwendige Behandlungswissen muss praxisnah und –relevant vermittelt werden, so dass ein Transfer in den Lebensalltag des Patienten erreicht wird. Hierzu bedarf es einer eingehenden Analyse des bestehenden Verhaltens (z.B. Ernährung, Bewegung, Medikation, Selbstkontrolle, Fußpflege). Neben der Wissensvermittlung muss die Möglichkeit des Einübens und des praktischen Ausprobierens der Lerninhalte bestehen. Therapeutische Hilfestellungen zur Veränderung von Lebensgewohnheiten müssen Bestandteil des Programmes sein.

Durch die Schaffung eines Krankheitserlebens werden Patienten motiviert, neue Verhaltensweisen in der Behandlung des Diabetes im Alltag zu entwickeln, wie sie künftig mit dem Diabetes umgehen.

Die Schulung findet ambulant in einer Gruppe statt (8 oder 12 Stunden). Das Programm fördert die aktive Teilnahme der Patienten an der Schulung.

Zusatzschulung bei Bluthochdruck/Nephropathie:
  1. Prinzipien der Nephropathie-/Hypertoniebehandlung
  2. Erlernen der Blutdruck-Selbstmessung und Selbstbehandlungsmaßnahmen bei Hypertonie
  3. Nichtmedikamentöse (Diät, Bewegung, Gewichtsreduktion, Stressreduktion, Raucherentwöhnung etc.) und medikamentöse Behandlungsmaßnahmen.
  4. Notfallmedikation, Kontrolluntersuchungen
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